Meine Definition von Yoga

Bianca Frey, Teilnehmerin am 250h Vinyasa Flow Yoga Teacher Training 2017

Ah, du machst Yoga! Das ist doch: „Halsbrecherisch, etwas rumliegen, Dauerdehnen, Hausfrauenaerobic, statisch, hipster Zeugs, superspirituell“! Was habe ich schon alles für Reaktionen gehört. Irgendwie scheint jeder Nicht-Yogi, genau zu wissen, was Yoga ist. Doch das es von Männern entwickelt wurde, ist beispielsweise vieler meiner männlichen Kollegen gar nicht bewusst. Anno Domini war es Frauen nämlich untersagt, Yoga zu praktizieren. Also, was ist denn nun eigentlich Yoga?

Etwas poetisch erklärt:

Hinter Yoga steckt weit mehr als nur ein paar schicke Posen und etwas Dehnen, bis du bei den Zehenspitzen angelangt bist! Für mich ist es kein Sport, sondern eine Lebenseinstellung mit dem Ziel, Geist, Körper und Seele zu vereinen. Ein persönlicher Weg zur Verbundenheit mit allem und nichts.

Die Asanas (Körperdisziplin) sind ein Puzzleteil von vielen. Es geht auch um Moral und Ethik oder um Selbstdisziplin und Loslassen. Dies äussert sich zum Beispiel in einer Pose halten, im bewussten Übergang zur nächsten, im kontrollierten Atmen oder beim Meditieren. Kann ich meine Gedanken anhalten, loslassen? Für was denke ich überhaupt? Was passiert, wenn ich anders atme? Spanne ich alles an, was angespannt sein soll? Sind meine Schultern locker? Welches Chakra öffne ich gerade? Am Schluss geht es immer um das Bewusste wahrnehmen. Was passiert genau in meinem Körper und wo? Was geschieht in meinem Geist? Was nehme ich wahr und kann ich es annehmen oder will ich etwas daran ändern? Muss immer etwas geschehen?

... und warum sagen wir im Yoga Namasté?

Und was sollen eigentlich diese Handzeichen? Namasté?! Wieso und wann genau machen wir das? Zugegeben, ich war etwas enttäuscht, als ich kein einziges Mal in Kerala auf der Strasse Namasté gehört habe, umso mehr, als mich die Haushälterin in unserem B&B verwirrt ansah, als ich sie so grüsste. Ja ich war in Indien und ja, es ist keine gängige Grussformel für den Alltag. Live und vor Ort erlebte ich es dann aber doch noch – du kannst dir vorstellen wo? Genau, im Yoga!
Die Handstellung (Mudra), die wir beim Namasté ausüben, nennt sich Anjali Mudra. Aus dem Sanskrit übersetzt heisst es in etwa «sich selber darbieten». «Nama» bedeutet verbeugen, «as» heisst ich und «te» du. Ich verbeuge mich vor dir oder frei übersetzt: „Das Göttliche in mir grüsst das Göttliche in Dir“. Ja und so nimmt das Wort sowie der gebetsähnliche Surya Namaskar (Sonnengruss) in meiner Welt jetzt einen ganz neuen Platz ein.

Persönlich hat mich Yoga in all seinen Fassetten so fasziniert, dass ich mich für die Teacher Ausbildung eingeschrieben habe, um eben alle diese Disziplinen zu erlernen. Sie bewusst auszuüben, zu verinnerlichen, in den Alltag zu integrieren, um eigentlich „am Schluss“ die völlige Ruhe des Geistes zu erzielen, da wir in unserem Sein heute einfach unheimlich viel Bewegung haben.

In diesem Sinne, einen spannenden Weg!

by Bianca Frey, Teilnehmerin am 250h Vinyasa Flow Yoga Teacher Training 2017

der spannende Yogaweg (Foto von Bianca Frey)

der spannende Yogaweg (Foto von Bianca Frey)

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